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Prinzip der Blutreinigung
Unter dem Begriff Dialyse versteht
man den Stoff- und Wasseraustausch
zwischen zwei Flüssigkeiten, welche
durch eine halbdurchlässige Membran
getrennt sind. Das heißt, dass nur
Substanzen einer bestimmten Größe
durch sie hindurchtreten können.
Als Membran kann dabei sowohl das
Bauchfell, medizinisch Peritoneum,
als auch der künstliche Filter eines
Hämodialysegeräts dienen. Bei der
Dialyse wird das mit Giftstoffen
beladene Blut, getrennt durch die
Membran (Dialysator), von einer
Waschlösung (Dialysat) umströmt.
Schädliche Abfallprodukte des Stoff-
wechsels und überschüssiges Wasser
werden so aus dem Körper entfernt.
Der richtige Zeitpunkt
Sinkt die Entgiftungsleistung der
Nieren unter ein bestimmtes Maß ab,
treten zunehmend Allgemeinbeschwer-
den auf. Betroffene leiden unter einer
immer schlechteren Kondition, Appetit-
losigkeit, Übelkeit, hohem Blutdruck
oder Zeichen der Überwässerung mit
Atemnot und Ödemen in den Beinen.
Durch den rechtzeitigen Beginn mit
einer Dialysetherapie lassen sich solche
schweren Komplikationen – schlimms-
tenfalls eine Harnvergiftung, die Urämie
– vermeiden. Andere wichtige Kriterien,
um mit der Behandlung zu beginnen,
sind Laborwerte wie das Absinken der
glomerulären Filtrationsrate (GFR) von
unter 10 ml/min/1.73 m
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sowie ständig
erhöhte Kaliumwerte oder ein deutlich
erniedrigter pH-Wert.
Individuelle Entscheidung
Bei der Entscheidung für ein bestimm-
tes Dialyseverfahren sind neben dem
Gesundheitszustand auch das soziale
Umfeld (Partner, Familie, Arbeitsplatz,
häusliche Situation) des Patienten
entscheidend. Es geht dabei also nicht
um ein Entweder-Oder, sondern um
das sorgfältige Abwägen aller medizi-
nischen und persönlichen Faktoren.
Dass heißt, ein Patient kann mit einer
Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse)
oder Hämodialyse als Übergangs-
lösung beginnen und wird, sobald
eine passende Niere gefunden ist,
transplantiert. Daher wird bereits bei
Aufnahme einer Dialysebehandlung
immer auch die Möglichkeit einer
Nierentransplantation besprochen.
Vor einer Dialysetherapie
oder Nierentransplantation
sollten alle empfohlenen
Impfungen aufgefrischt
werden.