

DIAGNOSTIK
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E
rst bei fortgeschrittener Schädigung
der Nieren finden sich typische Hin-
weise im Blut.
Charakteristisch: Kreatinin
Beim Muskelstoffwechsel entsteht ein
Abbauprodukt, das ins Blut abgegeben
und mit dem Harn ausgeschieden wird:
das Kreatinin. Steigt dessen Konzentra-
tion im Blut über den oberen Normwert
an, hat die Filterfunktion der Nieren
schon um etwa die Hälfte abgenom-
men. Erhöhte Kreatinin-Werte weisen
deshalb darauf hin, dass die Niere bereits
deutlich geschädigt ist.
Verlässlich: Filtrationsrate GFR
Eine genauere Beurteilung der Nieren-
funktion ist über die Kreatinin-Clearance
möglich. Sie ist ein Maß für die Klär-
fähigkeit der Nieren für diese Subs-
tanz. Eine andere Bezeichnung
ist glomeruläre Filtrations-
rate, kurz GFR. Ihr
Normalwert liegt je
nach Geschlecht,
Körpergröße und
Alter zwischen
Fotos: wdv/O. Szekely; fotolia/Doris Heinrichs
80 bis 120 Milliliter pro Minute pro
1,73 m
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Körperoberfläche. Eine gesunde
Niere reinigt also pro Minute mindes-
tens 80 Milliliter Blut von Kreatinin.
Eindeutig: Albumin
Das Ausmaß der Nierenschädigung
sowie der Erfolg einer Behandlung
lässt sich anhand der GFR-Werte in
Kombination mit der Albuminaus-
scheidung erkennen. Dazu wird die
Albuminkonzentration entweder im
Spontanurin oder im 24-Stunden-
Sammelurin bestimmt.
Zusätzlich: Harnstoff
Harnstoff ist ein Endprodukt des Eiweiß-
stoffwechsels, das auch über die Nieren
ausgeschieden wird. Verschlechtert
sich die Filterleistung der Nieren, steigt
die Harnstoffmenge im Blut an.
Weitere Anhaltspunkte
für die Nierenschädi-
gung erhält der
Arzt aus den Wer-
ten für die Blut-
salze Kalzium, Kalium
und Phosphat.
Wichtige Laborwerte
Ein Messwert allein reicht oft nicht aus, um festzustellen, ob und wie
sehr die Nieren geschädigt sind.