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Aus dem riesigen Blutvolumen werden
pro Tag etwa 180 Liter Primärharn
filtriert und in dem nachfolgenden
Röhrensystem immer weiter reduziert.
Wichtige lösliche Bestandteile gelangen
so wieder in den Blutkreislauf zurück.
Endprodukt dieser komplizierten Filtrie-
rung ist Harn, von dem die Nieren täg-
lich etwa 1,5 Liter bilden. Er sammelt
sich im Nierenbecken und fließt zur
Ausscheidung über den Harnleiter in
die Harnblase. Das fein abgestimmte
Filtersystem hält Substanzen zurück,
die für den Stoffwechsel benötigt
werden. Dazu gehören neben Blutzellen
auch Eiweiße und Mineralstoffe wie
Natrium, Kalium und Kalzium.
Blutdruck-Regulator
Die Nieren beeinflussen auch den Blut-
druck. Eine wichtige Rolle spielen dabei
die zu- oder abführenden Gefäße in
den Nierenkörperchen. Sie können sich
enger oder weiter stellen und dadurch
die Blutzufuhr oder -abfuhr regeln.
Das Signal dafür erhalten sie über das
Hormon Renin, das in den Nieren gebil-
det wird. Darüber werden der Druck,
der für die Filtration nötig ist, sowie die
Durchblutung der Nieren eingestellt.
Dies schützt sie vor zu hoher Blutdruck-
belastung. Von dem Blutdruck hängt
allerdings auch ab, wie viel Flüssigkeit
und Mineralstoffe wieder aufgenommen
werden. Lässt die Nierenfunktion nach,
bilden sich vermehrt blutdrucksteigern-
de Hormone. Sinkt die Urinproduktion,
verbleibt zudem viel Wasser im Körper.
Beides lässt den Blutdruck ansteigen.
Hormon-Produzent
Neben blutdrucksteigernden Hormonen
entsteht in der Niere auch das Vitamin
D, das den Knochenstoffwechsel anregt.
Ein Mangel trägt zur Entwicklung einer
Osteoporose bei. Ein weiteres Nieren-
hormon ist das Erythropoetin (EPO).
Es steuert die Bildung roter Blutkörper-
chen im Knochenmark. Menschen mit
fortgeschrittener Nierenschwäche lei-
den deshalb oft unter Blutarmut.
Eine gezielte Behandlung ist wichtig,
um auch bereits erkrankte Nieren zu
unterstützen, und kann dazu beitragen,
deren Restfunktion zu erhalten.
INFO
Was gesunde Nieren leisten
•
Entgiftung des Körpers
•
Kontrolle des Flüssigkeitshaushaltes
•
Kontrolle der Salz- und Wasser-
ausscheidung
•
Kontrolle des Säure-Basen-
Gleichgewichts
•
Regulation des Blutdrucks
•
Produktion von Hormonen